Kapitel 6 Die Zinnen von Xin Schalast

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Anrian
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Re: Kapitel 6 Die Zinnen von Xin Schalast

Beitrag von Anrian » Do 15. Mär 2018, 21:40

Bin am Schreiben ;)
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Hexer
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Re: Kapitel 6 Die Zinnen von Xin Schalast

Beitrag von Hexer » So 18. Mär 2018, 22:28

Ich ebenso. 😉
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Loki
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Re: Kapitel 6 Die Zinnen von Xin Schalast

Beitrag von Loki » Fr 30. Mär 2018, 12:30

...

Er schloss seine Augen.
„Wie kann ich immer noch hier sein?“
„Du musst. Es ist deine Aufgabe.“
„Wie kann ich unter jenen leben, denen ich Leid zugefügt habe?“
„Sie wissen nicht um deine Schuld.“
„Ich musste es tun, es war nicht meine Entscheidung!“
„Aber du hast es getan.“
„Und sie werden es einst erfahren.“
„Deine Pflicht geht vor, du hast keine Wahl.“
„Es ist bitter derart gebraucht zu werden. Benutzt zu werden. Ich will dies nicht tun.“
„Dein Wollen ist unerheblich. Du bist das Schwert der Gerechtigkeit…“
„Ja, ich weiß! Und der Klingensturm in der Nacht, der die Sünder straft!“
„Der Pakt gilt. Zweifelst du?“
„Habe ich eine Wahl?“
„Nein. Solange du lebst wirst du dienen.“
„Ich wollte dies nie.“
„Der Pakt gilt trotzdem. Er besteht darauf.“
„Hatte ich je eine Wahl?“
„Du hättest sterben können. Wir hätten dich liegen lassen können. Aber all die Deinen wären mit dir gestorben.“
„Ich kann Sie nicht opfern.“
„Das kannst du nicht.“
„Werden sie je frei sein?“
„Dein Vater ist frei. Und deine Halbschwester findet ihren Weg.“
„Aber meine Mutter?“
„Deine Mutter bleibt bei uns. Wir genießen ihre Gegenwart. Es war Sünde dich zu gebären. Und dafür zahlt ihr nun.“
„Sie konnte sich ihm doch nicht widersetzen! Was hätte sie tun sollen?“
„Es ist unerheblich, ob sie freiwillig das Gesetz gebrochen hat. Sie ist eine Sünderin. Du bist das Resultat der Sünde. Ihr Leid und dein Dienen, das ist der Pakt!“
„Und wie endet es?“
„Wahrscheinlich niemals. Nur in höchster Not, wenn du dich selbst aufgibst, um andere zu retten, seid ihr frei. Das besagt der Pakt. Aber es wäre dein Tod.“
„Ihr zwingt mich bei jenen zu sein, denen ich Leid zugefügt habe.“
„Sie wissen es nicht. Und das Leid war notwendig. Er diente Einem, der nicht mehr sein soll.“
„Aber für meine Gefährten war er ein väterlicher Freund den ich getötet habe.“
„Deine Pflicht ist es den großen Willen zu erfüllen. Höllenritter zweifeln niemals am Pakt oder am Gesetz.“
„Ich weiß.“
„Wir haben dich ausgebildet. Du bist ein Werkzeug des Todes. Ein Schwertwind, der das Leben auslöscht, wenn es das Gesetz verlangt.“
„Ich weiß. Ich habe es oft getan.“
„Und du wirst es weiter tun. Es ist deine Pflicht und deine Bürde. Du bist Sünde, allein durch dein Sein. Deine Existenz ist ein Frevel. Hüte dich den Pakt zu brechen, oder wir strafen deine Nächsten.“
„Meine Mutter.“
„Sie wird leiden.“
„Sie leidet schon jetzt.“
„Du weißt nicht, was ihr bevorstehen kann.“
„Und mein Vater, meine Schwester?“
„Halbschwester. Du weißt, wen sie geheiratet hat. Sie trägt nun einen anderen Namen. Ihre Zeit kommt.“
„Sie trug nie meinen Namen.“
„Wurde sie etwa auch als Kind vom Vater aus dem Kindbett geworfen, hinaus ins Mondlicht?! War sie die gleiche Schande wie du?! Musste sie auch von uns gerettet werden?! Sie ist frei von Sünde, du bist der Frevel!“
„Ihr habt mir oft davon erzählt.“
„Dann solltest du es ja bereits wissen. Und dein Vater gibt nichts auf dich. Er lebt schon lange ein Leben, in dem du tot bist und keinerlei Bedeutung hast.“
„Deswegen kam ich zu euch.“
„Ja, so kamst du zu uns und Vraid wurde deine Heimat. Bis du nach Norden geschickt wurdest. Du bist unser Bote in den abgelegenen Gegenden. Und du bringst das Gesetz zu jenen, die denken darüber zu stehen. Erfülle deine Pflicht.“
„Wird es je enden?“
„Du weißt, wie es einzig enden kann.“
„Werden sie mich hassen?“
„Wenn sie es erfahren, ja.“
„Aber wenn sie die Gründe kannten…“
„Sie werden nie deine Geschichte erfahren. Der Pakt ist geheim. Denke an deine Pflichten.“
„Ja.“
Alvas öffnete die Augen. Was ihm stets wie Minuten vorkam war in Wahrheit vermutlich nur ein Bruchteil einer Sekunde.
Um ihn herum Kampfgeschrei, Verwüstung. Leidende Gefährten. Verzweifelte Gesichter. Blut, Angst, Schweiß und Hoffnung? Er wusste es nicht. Es dauerte nur Augenblicke eher er wieder die eisige Kälte der Hochebene vor Xin Shalast spürte.
Die Riesen schlugen brutal zu. Angeführt von stets mächtigeren Kreaturen. Seine Gefährten litten. Der Tod kreiste über der Schlacht. Bald würde er belohnt werden für sein langes Warten und einen der „Helden“ zu sich nehmen. Für Alvas waren es Helden: der Bauer war zu einem wackeren Krieger gereift, die Elbin geschickter mit dem Pfeil als sonst jemand. Der Priester ein Bollwerk der Hoffnung im Dunkel der Zeit, die Tränkehexe eine mächtige Rächerin der Unterdrückten und sogar Gevatter Fingerhut schien in seiner verpesteten Wirklichkeit Bedeutung zu haben und eine schreckliche Bestimmung. Nur der Mönch war gegangen. Jener Mönch, der ob seiner Sturheit Alvas zur Verzweiflung und ob seiner Rechtschaffenheit Alvas Hoffnung gegeben hatte.
Nun schlugen sie im Kampfesgetümmel um sich und kämpften um ihr Leben. Er würde ihnen nun beistehen, auch wenn sie ihn vermutlich töten würden, hätten sie Ahnung von seiner Geschichte.
Er erkannte die Notlage rasch. Der gewaltige Schlag hatte schwere Wunden verursacht. Ihm war es ein leichtes den Schlägen großteils auszuweichen, aber seinen Freunden fiel es schwer. Und jeder Schlag barg die Gefahr des sofortigen Todes. Die ungeheuerliche Gewalt war brutal und vernichtend. Alvas wusste, auch er konnte derartiges nicht überleben, würde er getroffen. Aber „ich bin der Schwertwind, ich gleite durch die Wirren des Kampfes und bringe den Tod!“
Blutende Körper, schwer getroffen, die Entscheidung muss schnell fallen. Selbst schwer verletzt und zurückziehen? Sich selbst retten? Es würde ihren Tod bedeuten, aber das eigene Leben. Nein, ich helfe. Zwei, drei schwungvolle Schritte. Tänzeln durch die Schlacht. Ich bin unsichtbar und nicht greifbar. Wie ein Blatt im Wind wende ich mich und bringe den Tod.
Die Klingen dringen tief in das Fleisch das Scheusals. Gezielte Stellen, sie töten rasch. Unbändige Genugtuung. Es hat keine Chance, es stirbt, bricht zu Boden. Die Freunde sind gerettet, vorerst! Nun rasch weiter -
Der Schmerz war erdrückend. Zuerst in der Brust, dann im ganzen Körper, dann nichts mehr. Dunkelheit. Warten. Frieden. Eine Ewigkeit, ein letzter Gedanke: „Nur in höchster Not, wenn du dich aufgibst um andere zu retten, seid ihr frei. Aber es wäre dein Tod. Für dich, Mutter.“

So schied Alvas Mondsichel, der Schwertwind, dahin und ging in die Ewigkeit ein. Sein Opfer konnte alle Sünde von jenen waschen, die durch sein Leben selbst befleckt waren und sein Tod würde vielleicht einst jenen Genugtuung bringen, denen er großes Leid zugefügt hatte. Zwiespältig im Leben, hoffnungsbringend im Tod, so bleibt er in Erinnerung.
Seine Familie lebt weiter, befreit von ihm, vielleicht ohne Kenntnis von ihm, in den unterschiedlichsten Teilen der Welt. Die Welt der Inneren See ist groß und keiner vermag zu wissen, was dort noch in ihr lauert.


.........


Und Albatrus? Ein neues Leben lag vor ihm um entdeckt zu werden. Er verbrachte einige Zeit in Sandspitze und studierte die liebliche Welt der dort lebenden Menschen, die größtenteils keine Ahnung hatten, was sich in den fernen Weiten ereignet hatte. Die Beschaulichkeit gab ihm Frieden und er genoss es sehr, seine Tage ruhig zu verbringen. Er besuchte die Schänken und Wirtshäuser, bot denen die danach fragten und auch jenen, die es nicht taten, seinen weisen Rat an und erfreute sich an den einfachen Dingen des Lebens.
Aber ein Zauberer hat eine wachen Geist und wenn die Neugier wächst, hält er es nicht aus, sich dem Müßiggang des Alltag hinzugeben. Also war Albatrus eines Tages nicht mehr in Sandspitze. Der bereitgestellte Bierkrug blieb unangtastet und man munkelte, er war aufgebrochen. Wohin? Niemand konnt es genau sagen, wer könnte dies schon wissen? Es hieß nur, der Weg nach Osten sei stets ein lohnendes Ziel gewesen um dort Magie zu vervollkommnen.
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Re: Kapitel 6 Die Zinnen von Xin Schalast

Beitrag von Judge Fredd » Sa 31. Mär 2018, 14:17

Toll geschrieben. Ich trauere immer noch um den flinken Schurken. Tarmin - lass ihm ein Denkmal errichten.

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Rotfuchs
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Re: Kapitel 6 Die Zinnen von Xin Schalast

Beitrag von Rotfuchs » Sa 31. Mär 2018, 16:09

Tolles Finale für einen geheimnisvollen Weggefährten, der immer da war und sich ins Getümmel stürzte, wenn auch noch so viele Oger auf uns einschlugen. :D

Tarmin hatte sich immer nach den Motiven des Halbelfen gefragt. Warum hatte er sich der Gruppe angeschlossen? Was drängte ihn dazu Sandspitze zu retten? Warum wagte er es, sich auf der gefrorenen Hochebene so rücksichtslos gegen sich selbst, dem Riesenangriff entgegenzutreten? Und dann der mächtige Angriff mit dem Speer und Alvas war nicht mehr. Einfach so. Und davor war er immer da gewesen. Bedauerlich und auch tragisch, dass seine edlen Motive ein wohlgehütetes Geheimnis bleiben werden. :|
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tiniTales
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Re: Kapitel 6 Die Zinnen von Xin Schalast

Beitrag von tiniTales » So 1. Apr 2018, 05:17

Oooh, Alvas Geschichte ist so traurig :cry: aber wirklich spannenden geschrieben. Jetzt möchte ich noch mehr über seine Vergangenheit wissen.
Auch der Abschluss für Albatrus ist dir gut gelungen :)

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Re: Kapitel 6 Die Zinnen von Xin Schalast

Beitrag von snotl » Di 3. Apr 2018, 09:15

Sehr toll geschrieben- danke für eure Zusammenfassungen. Arya und Pollus sind noch offen, obwohl die Geschichte von Pollus auch sehr kurz sein kann. Aaaahh Lava, schwups aus :)
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Anrian
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Re: Kapitel 6 Die Zinnen von Xin Schalast

Beitrag von Anrian » Di 3. Apr 2018, 10:17

gibst du Pollus noch diese Woche? Bin trotz Ferien leider zu nix gekommen, weil ich nur familiär im Einsatz war.
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Re: Kapitel 6 Die Zinnen von Xin Schalast

Beitrag von snotl » Di 3. Apr 2018, 13:29

Klar, lass dir Zeit.
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